Charlotte Weyrauch

Dissertationsprojekt: Der Suhrkamp Theaterverlag in den 1960er und 1970er Jahren

Die Dissertation untersucht den Suhrkamp Theaterverlag in den 1960er und 1970er Jahren. Grundlegende kulturelle, ästhetische und politische Verschiebungen prägen das Theaterfeld dieser beiden Dekaden. Dramentexte widmen sich in den 1960er Jahren vermehrt politischen Themen, befragen als Dokumentartheater die Wirklichkeit und fordern kritisches Engagement und Stellungnahme. Fast zeitgleich stellt das gerade aufkommende Regietheater die Autorität des Dramentextes in Frage. Das Archiv des Suhrkamp Theaterverlages bietet die Möglichkeit, diese Verschiebungen aus ungewohnter Perspektive in den Blick zu nehmen. Als Vermittlungsinstanz zwischen Autor und Bühne agiert der Theaterverlag an der Schnittstelle verschiedener Institutionen. Mit Autoren wie Max Frisch, Bertolt Brecht, Heinar Kipphardt, Peter Weiss und Peter Handke sind im Verlag wichtige Dramatiker dieser Zeit versammelt. Mit den Dramenpublikationen in der edition suhrkamp und dem Spectaculum wirkt der Verlag an diesen Verschiebungen mit, gibt Impulse und reagiert auf Veränderungen. Dieses Verhältnis von Aktion und Reaktion innerhalb eines komplexen Vermittlungsnetzwerkes untersucht das Dissertationsprojekt anhand ausgewählter Fallbeispiele.

Kurzbiographie

seit 2013
Doktorandin im Suhrkamp-Forschungskolleg / zugleich Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Neuere deutsche Literatur Universität Tübingen (Prof. Dr. Dorothee Kimmich)

2010-2013
Wissenschaftliche Assistentin am Haus der Kulturen der Welt, Berlin, und dem Deutschen Hygiene-Museum, Dresden

2002-2006
Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes

2002-2009
Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, Neueren deutschen Literatur, Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin, der Université de Lausanne und der École normale supérieure, Paris (Magister Artium)